Vortragsabend zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Von der „Vergangenheitsbewältigung“ zur „Erinnerungsarbeit“.
Die deutsche Medizin, die NS-„Euthanasie“ und das Beispiel Erlangen

27.01.2021
  • Ein Vortragsabend des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg
  • Mittwoch, 27.01.2021, 18 Uhr
  • Der Vortrag findet als Zoom-Meeting statt (Einwahldaten s. unten)

Wissens­wertes

Die deutsche Medizin war tief in die Handlungsfelder des NS-Regimes verstrickt. Dies anzuerkennen und historisch aufzuarbeiten, ist ein seit Jahrzehnten anhaltender eigentümlicher Prozess. Hierfür ist die NS-„Euthanasie“ in Erlangen ein anschauliches Beispiel. In den Jahren 1940/41 wurden aus der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt 908 PatientInnen in die Tötungsanstalten der „Aktion T4“ deportiert und dort ermordet, zahlreiche weitere wurden Opfer einer Hungerkost. Das Forschungsprojekt „NS-‚Euthanasie‘ in Erlangen. ‚Aktion T4‘ und ‚B-Kost‘“ des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Stadtarchivs Erlangen arbeitet das Geschehen der Krankentötungen in Erlangen umfassend wissenschaftlich auf. Die Schicksale der Opfer und ihrer Angehörigen stellen dabei einen Schwerpunkt dar. Weiterhin werden die unterschiedlichen (Tat-)Beiträge aller beteiligten medizinischen und kommunalen Akteure untersucht.

Das Thema ist auch Gegenstand einer interdisziplinären Lehrveranstaltung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Aufbauend auf bisherigen Projektergebnissen haben sich Studierende der Medizin und der Neuesten Geschichte auf die Spurensuche der NS-Medizinverbrechen im städtischen Raum gemacht. Wo fanden die Zwangssterilisationen statt? Wo die Hungermorde? So entstand der Audiowalk Patientenmorde hinter Sandsteinmauern zwischen Abriss und ErinnerungEr verbindet auf insgesamt 11 Stationen Informationstexte, Biographien, Quellen und Interviews zur NS-„Euthanasie“ in Erlangen. Städtischer Raum wird so zum „Gedächtnisraum“ transformiert.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link.

Zoom-Vortragsabend zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (dmm-ingolstadt.de)

 

Referenten

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Marion Voggenreiter, M. A. 

Michèle Fink, M. A. 

Dr. Susanne Ude-Koeller

Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg